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Gefährliche Bilder? Die Reformation und der Bildersturm
Montag, 11 Dezember 2017 | Autor: Mario Rakuša

Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung „Machtwort! Reformation in Lippe“, am Sonntag, dem 17. Dezember, um 15 Uhr, im Lippischen Landesmuseum Detmold

Detmold. Im Spätmittelalter nahm der Heiligenkult Formen an, die der Götzenverehrung sehr nahe kam. Heiligenskulpturen und Bilder wurden gottgleich verehrt. Stiftungen und Spenden ergingen an Heiligenfiguren um Vergebung für Sünden zu finden. Der Höhepunkt im „Geschäft mit der Angst“ war schließlich der Ablasshandel. Aus Furcht vor Hölle und Strafe kauften die Leute Ablassbriefe. Eine Praxis, gegen die sich die Reformatoren wandten. Sie argumentierten, nicht die „Guten Werke“ würden die Tür zum Paradies öffnen, sondern allein der Glaube an Gott.

Martin Luther lehnte zwar den Heiligenkult ab, sah allerdings keine Gefahr in den Bildern und Statuen selbst. Andere Reformatoren wie Zwingli und Calvin lehnten Bilder jedoch kategorisch ab. Sie sahen in ihnen eine Ablenkung bei der Glaubensausübung. Simon VI. sorgte mit der Hinwendung zum Calvinismus für eine Art Kahlschlag in lippischen Kirchen. Sakrale Kunst wurde entfernt, mancherorts Heiligendarstellungen und Marienfiguren zerstört. Ein seltenes Beispiel für den reformatorischen Bildersturm in Lippe stellt die Kirche zu Sonneborn bei Barntrup dar. Die Wandmalerei aus der Zeit Luthers, um 1560, wurde unter Simon VI, einem Anhänger Calvins, überstrichen. Aus heutiger Sicht ein Glücksfall, denn so blieben sie erhalten. Erst vor etwa fünfzig Jahren wurden sie bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckt. Diese beeindruckenden Wandmalereien sind neben vielen anderen Originalen in der Sonderausstellung als Rekonstruktion zu sehen.

Was geschah in Lippe in dieser aufregenden Epoche? Heiligenbilder wurden uninteressant, Mönche und Nonnen verließen ihre Klöster, die Angst vor Hölle und Strafe wurde vom Glauben an Gottes Gnade abgelöst. Diese Führung zeigt eindrücklich wie der Glaubenswandel des 16. Jahrhunderts den Alltag der Menschen veränderte.

Los geht es am Sonntag, dem 17. Dezember, um 15 Uhr. Die Führung kostet 3 Euro zuzüglich zum Museumseintritt. Da die Plätze begrenzt sind, wird um Voranmeldung im gebeten: 05231 99250 oder shop@lippisches-landesmuseum.de

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