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Berliner und Paderborner Wissenschaftler schnüren "Pakete aus Licht"
Donnerstag, 02 März 2006 | Autor: Universität Paderborn

Blick in das Labor des Berliner Heinrich-Hertz-Institutes mit einem im Department Physik der Universität Paderborn entwickelten Wellenlängenumsetzer (gelb umrahmter Ausschnitt).
Blick in das Labor des Berliner Heinrich-Hertz-Institutes mit einem im Department Physik der Universität Paderborn entwickelten Wellenlängenumsetzer (gelb umrahmter Ausschnitt).
Datenmengen mit besserer Qualität und größerer Verarbeitungsgeschwindigkeit übertragen
Seit kurzem fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ein größeres Projekt über das so genannte "Optical Burst Switching". Dabei "schnüren wir Pakete aus Licht", so Prof. Dr. Wolfgang Sohler vom Department Physik der Universität Paderborn, der maßgeblich an dem Forschungsvorhaben beteiligt ist. Projektpartner sind zudem die Technische Universität Berlin (Hochfre­quenztechnik) sowie federführend das Berliner Fraunhofer-Institut für Nachrich­ten­technik, Heinrich-Hertz-Institut. Prof. Sohler: "Dabei sollen durch die Entwicklung einer rein optischen und daher ultraschnellen Signalverarbeitung neue Möglich­keiten aufgezeigt werden, Pakete, so genannte "Bursts", von optischen Datensignalen zu schalten ("Switching") und zu vermitteln." 


Speziell die Verarbeitung von Signalen, bei denen die Phase des Lichts Träger der In­formation ist, soll untersucht werden. Dazu werden in Paderborn integrierte, optische Bauele­mente zur rein optischen Wellenlängenumsetzung und  Regeneration von Datensignalen entwickelt und in Berlin in hochratigen Systemen der optischen Nachrichtentechnik untersucht. Die Wel­lenlängenumsetzung hilft, "Kollisionen" von Datenpaketen, die gleichzeitig an einem Ver­mittlungs­knoten ankommen, zu vermeiden. Datenpakete verschiedener Wellenlängen können nämlich parallel verarbeitet und in der Glasfaser übertragen werden.

Mit der Methode des "Optical Burst Switching" sollen sehr große Datenmengen mit besserer Qualität und wegen der optischen Wellenlängenumsetzung mit wesentlich größerer Verarbei­tungsgeschwindigkeit in den Vermittlungsknoten als mit den bisher untersuchten Verfahren übertragen werden.  

Neben der Kooperation der deutschen Arbeitsgruppen ist auch eine Zusam­menarbeit mit zwei Gruppen der renommierten chinesischen Tsinghua-Universität in Peking geplant, die bei Netzwerken große Kompetenz haben. Entstanden ist die Idee der Zusammenarbeit mit China während eines gemeinsamen Workshops des Chine­sisch-Deutschen Zentrums für Wissenschaftsförderung der DFG im letzten Jahr in Peking. Der Brückenschlag nach China könnte auch von wirt­schaftlichem Interesse sein, da der chine­sische Markt auf dem Gebiet der optischen Nachrichtentechnik boomt.

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