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Westfälisch-Lippischer Preis für Denkmalpflege geht nach Steinfurt
Montag, 12 August 2013 | Autor: Karl G. Donath

Jury vergibt Anerkennungen für Denkmäler in Minden, Ennigerloh, Beelen und Gronau

Kreis Steinfurt (lwl). Dem Fachwerkhaus "Berenbom" in Steinfurt gilt der mit 7000 Euro dotierte Westfälisch-Lippische Preis für Denkmalpflege. Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilt, hatte sich Dr. Regina Machhaus, die Eigentümerin des Baudenkmals, Anfang des Jahres mit dem sanierten Gebäude um die vom Land NRW gestiftete Auszeichnung für vorbildlich instand gesetzte Denkmäler beworben.

Eine fachkundige Jury nahm eine Anzahl von Objekten in die engere Wahl und machte sich im Frühjahr vor Ort ein Bild vom Umgang mit den Denkmälern. Anschließend fiel die Wahl auf das Steinfurter Baudenkmal, in dem im November 2013 auch die feierliche Preisverleihung stattfinden wird. Dann geht im Rahmen des Wettbewerbs auch eine besondere Anerkennung für ein zu Wohnzwecken umgenutztes Lagerhaus nach Minden. Die Wallholländer-Windmühle in Ennigerloh, das Haus Heuer in Beelen sowie das erhalten ebenfalls Anerkennungen.

Gutes Beispiel "Berenbom"

Das Gebäude "Berenbom" in Steinfurt wurde Ende des 16. Jahrhunderts ursprünglich als Speicherbau errichtet und später zu Wohnzwecken umgenutzt. In den Jahren von 2007 bis heute wurde das Baudenkmal unter großem Engagement der Eigentümerin umfassend saniert.

"Die Sanierung dieses kleinen Fachwerkhauses ist außergewöhnlich gelungen und erfolgte mit hohem persönlichen Einsatz und viel Eigenleistung der Eigentümerin", erläutert Dr. Barbara Seifen, zuständige Denkmalpflegerin des LWL. "Die geplante neue Nutzung als Ferienwohnung ermöglichte unkonventionelle Lösungen der Instandsetzung und größtmöglichen Erhalt der historischen Substanz", so Seifen weiter

Künftige Übernachtungsgäste können sich auf eine regelrechte Zeitreise begeben. Das Gebäude vermittele von seiner Lage innerhalb der gut sichtbaren mittelalterlichen Strukturen des Stadtteils Burgsteinfurt über seine Raumstruktur und seine Einrichtung bis hin zu den Baumaterialien einen recht authentischen Eindruck von den Lebensumständen vergangener Zeiten, so das Urteil der Juroren.

Starkes Engagement auch in Minden, Gronau, Ennigerloh und Beelen

In Minden haben die Eigentümer eines neogotischen Lagerhauses mit einer umfassenden Sanierung die Umnutzung zu Wohnzwecken möglich gemacht und gleichzeitig den Lagerhauscharakter des Baudenkmals erhalten. Dies würdigt die Fachjury wird mit einer besonderen Anerkennung. Das Gronauer Haus Göhler erstrahlt heute wieder im Glanz seiner Erbauungszeit. Hierfür erhalten die Eigentümer ebenfalls eine Anerkennung. Zwei weitere Anerkennungen gehen in den Kreis Warendorf. Die Mühlenfreunde Ennigerloh e.V. und der Verein DorfGut Beelen e.V. haben dort nach Ansicht der Juroren vorbildlich bewiesen, "wie Denkmäler durch ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftliche Arbeit erhalten und wieder zum Leben erweckt werden können."

Lob vom Landeskonservator

Landeskonservator Dr. Markus Harzenetter, Chefdenkmalpfleger beim LWL, betont die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten: "Alle Projekte sind in enger Abstimmung mit den zuständigen Unteren Denkmalbehörden und mit der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen durchgeführt worden. Wir sind sehr froh, dass es Privatleute und ehrenamtliche Initiativen gibt, die sich auf eine solch vorbildliche Weise für ihr Denkmal stark machen. Gerade bei der schwierigen Haushaltslage der öffentlichen Hand ist der beherzte persönliche Einsatz lebenswichtig für die Denkmäler."

Hintergrund:
Der Westfälisch-Lippische Preis für Denkmalpflege wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Rheinischen Denkmalpreis ausgelobt. Die Auslobung richtet sich an Denkmaleigentümer, die ein gefährdetes Denkmal vorbildlich instand gesetzt haben. Neben Albert Simon von Bockum-Dolffs, dem Sprecher des Auswahlkomitees, gehören Dr. Thomas Otten vom Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und Dr. Markus Harzenetter, Landeskonservator für Westfalen-Lippe, zur Jury. Hinzu kommen Vertreter der privaten Denkmaleigentümer, der Kirchen, der Unteren Denkmalbehörden, des Westfälischen Heimatbundes, von Hochschulen sowie Kultur-Journalisten. Die Preisverleihung ist für November 2013 geplant.

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Hans L. Merkle, deutscher Manager, Aufsichtsratsvorsitzender der Robert Bosch AG, geb. 1913

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