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Wildtierzirkus - Verbot in Detmold
Freitag, 17 Juli 2015 | Autor: Julian Hördemann

Jusos sprechen sich für ein Verbot aus

Detmold. Jusos Detmold haben sich in ihrer letzten Sitzung für ein Verbot von Wildtierzirkussen in Detmold ausgesprochen. Nach einer langen und vielschichtigen Diskussion konstatieren die Jusos, dass sich Detmold nicht aus der Verantwortung stehlen sollte. Laut den Jusos muss die Tierquälerei aufhören. Viele Städte spielen bereits eine Vorreiterrolle – Detmold solle nun nachziehen.

Zur Debatte um das Verbot von Zirkussen mit Wildtieren auf dem Detmolder Kronenplatz schalten sich nun die Jusos Detmold in die kommunalpolitische Diskussion ein. Der entsprechende Ausschuss hat noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Die Jusos Detmold fordern die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker dazu auf, Zirkussen mit Wildtieren das Gastieren auf dem Kronenplatz zu untersagen.

Die Jusos Detmold halten folgendes fest: Ein Zirkus solle Spaß bereiten. Das Wohl der Tiere stehe leider nicht im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Vor allem Wildtiere hätten sich im Rahmen der Zirkusvorstellung zu einer wahren Attraktion entwickelt. Doch vor allem Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an Ihre Haltung und Unterbringung. Laut den Jusos sei eine verantwortungsvolle Haltung im Zirkusunternehmen nicht möglich. Späte Vorstellungen, regelmäßige Umzüge und zu kleine Gehege tragen nicht zum Wohlbefinden der empfindlichen Tiere bei. Die Folgen einer falschen Haltung sind laut den Jusos beispielsweise erhebliche Gesundheitsschäden, schwere Verhaltensstörungen sowie eine erhöhte Sterblichkeit der Tiere.

Die Jusos betonen, dass Zirkusse ihrer Meinung nach nicht mehr den Zahn der Zeit treffen und ihre Attraktivität in den letzten Jahren stark abgenommen habe. „Die Zeit in der jeder junge Mensch unbedingt die nächste Zirkusvorstellung besuchen möchte ist vorbei“, so Julian Hördemann, Vorsitzender der Jusos Detmold. In der öffentlichen Debatte wurde im Rahmen der Diskussion auch die Berlebecker Vogelwarte als relativierender Vergleich genannt. „Die Berlebecker Vogelwarte betreibt Wissensvermittlung und versucht ein möglichst naturgemäßes Umfeld für Ihre Tiere zu schaffen – so auch viele Zoos. Aus diesem Grund stehen wir dem Vergleich äußerst kritisch gegenüber“, so Hördemann weiter.

Die Politik hat in den letzten Jahren bereits reagiert. So stellte der Bundesrat in den Jahren 2009 und 2011 eine Forderung nach einem Verbot von Wildtieren in Zirkussen. Die Änderung des Tierschutzgesetzes im Jahr 2013 hat keine ernst zu nehmende Verbesserung gebracht. Laut der Gesetzesänderung soll erst eingegriffen werden, wenn die Haltung nur “unter erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden“ möglich ist. Auch Veterinäre sehen die Haltung kritisch. So fordert die Bundestierärztekammer beispielsweise ebenfalls ein Verbot von Wildtieren im reisenden Zirkus.

Viele Städte wie beispielsweise Köln, Potsdam und Stuttgart spielen bereits eine Vorreiterrolle und haben Zirkussen mit Wildtieren das Gastieren auf städtischem Grund mit einschränkenden Ausnahmen untersagt. „Auch Detmold kann eine Vorreiterrolle einnehmen und mit gutem Beispiel voran gehen“, so Hördemann. So fordern die Jusos abschließend, dass die Kommunalpolitiker noch einmal inne halten sollten um eine zukunftsweisende und tiergerechte Entscheidung zu treffen.

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Mark Twain, US-amerik. Schriftsteller, 1835-1910

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