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Friedensritt macht in Paderborn und Detmold Station
Mittwoch, 11 Juli 2018 | Autor: Ute Radermacher

Gemeinsame Aktionen mit regionalen Friedensinitiativen

Image Paderborn/Detmold. "Krieg löst keine Konflikte! Für eine friedliche Nutzung der Senne" ist das Motto des diesjährigen Friedensritts, der vom 20. bis 29. Juli von Stukenbrok über Paderborn nach Detmold führt. Die Reiter, die von Radlern begleitet werden, wollen mit dem zehntägigen Ritt auf die Folgen von Kriegseinsätzen und Rüstungsexporten aufmerksam machen. "Militärische Einsätze führen nicht zum Frieden! Sie bereiten nur den Boden für Terror, Tod und Zerstörung", heißt es im Aufruf der Friedensaktivisten, die mit ihrem Ritt unter anderem den Aktionskreis Freie Senne mit seinen Forderungen unterstützen: Für eine zivile Zukunft der Senne mit Schutz für Mensch und Natur, für eine sofortige Einstellung der Kriegsübungen und für einen Abbau der Kriegsdörfer.

Startpunkt Stukenbrock: Erinnerung und Mahnung

Die Reiter und Radler starten in Stukenbrock, hier wurde die Idee des Friedensritts geboren und hier fand 1984 der erste Ritt statt. "Die 65.000 im Kriegsgefangenenlager Stukenbrock zu Tode gequälten Soldaten der Roten Armee, die in den Massengräbern auf dem Friedhof von Stukenbrock verscharrt worden sind, verpflichten uns, für den Frieden zu kämpfen und jeglichen Krieg zu ächten", sagt Angela Kemper, eine der Sprecherinnnen des Friedensritts.

"Krieg beginnt hier - und unser Widerstand auch"

Seit 125 Jahren werden in der Senne Menschen auf militärische Einsätze vorbereitet, aktuell auf Einsätze etwa in Afghanistan und Mali. In vier Kampfdörfern üben Militärs - von den Briten als Betreiber über die Bundeswehr bis zu anderen NATO-Verbündeten - realitätsnah den todbringenden Häuserkampf ein. Auf über 15 Schießbahnen wird das gezielte Töten gelernt. "Auch wenn etwas anderes behauptet wird: Das Militär in der Senne schadet der Natur. Rückstände aus Munition, Sprengstoffen etc. vergiften den Boden und gefährden das Grundwasser. Nirgends ist ausreichend dokumentiert, wo Altlasten vergraben wurden", erklärt Ulrike Klausch-Zaidi, Sprecherin des Friedensritts. Das Militär sei klein Wirtschaftsfaktor, auf den gebaut werden sollte: "Wer will schon davon profitieren, dass in der Nachbarschaft Kriege eingeübt werden? Gute Chancen für sichere Arbeitsplätze würde hingegen die Einrichtung eines Nationalparks bieten", so Klausc-Zaidi. Die Friedensreiter kritisieren, dass die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen den Nationalpark Senne Anfang 2018 aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen hat.

"Kein Werben fürs Sterben"

Kritisch sehen die Friedensreiter auch die "großangelegten Werbefeldzüge" der Rommelkaserne in Augustdorf, wo mehr als 2000 Soldaten ausgebildet und auf Auslandseinsätze vorbereitet werden. "Die Kaserne ist Schauplatz für groß angelegte Imagekampagnen, so etwas am Tag der Bundeswehr mit Waffenschauen und Attraktionen für die ganze Familie", sagt Kemper. Mit dem Versprechen auf einen "sicheren" Arbeitsplatz bei der Bundeswehr würden 15-17-Jährige angelockt. "In "Schnupperkursen" erfahren sie eine höchst zweifelhafte "Praxisnähe" in der Kaserne. So haben wir auch in Deutschland minderjährige Kindersoldaten", so Kemper.

Kriegseinsätze führen nicht zum Frieden

Die Friedensreiter wenden sich auch gegen Waffenexporte und Auslandseinsätze der Bundeswehr: "Während die Bundeswehr in derzeit 12 Ländern im Einsatz ist, fehlt es an Geld für Soziales, Bildung, Gesundheit, Renten Wohnungsbau und Nahverkehr. Letztlich müssen wir das, was die Bundesregierung "neue Verantwortung" nennt, bezahlen. Während bei uns die Armut wächst, verlieren die Zivilbevölkerungen, in den Ländern, in denen die Kriege geführt werden, alles, was sie haben", so die Kritik.

Deutschland mischt überall mit

Deutschland sei längst dabei, eine höchst aktive Rolle in der NATO und beim Aufbau des militärischen Komplexes in der EU einzunehmen, so Kemper und Klausch-Zaidi. Nichts sei mehr übrig geblieben von der Hoffnung, die einmal vom Ende des Kalten Krieges ausging, als Truppenübungsplätze aufgegeben wurden und der Abzug aller in Deutschland gelagerter Atomwaffen zur Diskussion stand. Seit Jahren werde Russland wieder zum Feind aufgebaut, so die Kritik. Im Aufruf der Friedensreiter heißt es: "Im Hintergrund läuft die Planung, Deutschland zur Drehscheibe für Militärtransporte und Logistik auszubauen. Die Europäische Kommission schlägt vor, im nächsten Jahrzehnt 6,5 Milliarden Euro zum Ausbau panzerfähiger Straßen Richtung Osten zu investieren. In Büchel ist die Modernisierung der dort gelagerten Atomwaffen geplant. Und die schon beschlossene Auflösung von Truppenübungsplätzen, wie z. B. dem in der Senne, wird zurückgenommen."

Folgende Aktionen sind geplant:

Sa, 21.7., Stukenbrock
11:00 Uhr: "Blumen für Stukenbrock" - Gedenken am Ehrenfriedhof

Di, 24.7., Paderborn
11:45 Uhr: Demonstration, Start: Paderanlagen/Rolandsweg
12:30 - 14:30 Uhr: Kundgebung, Straßentheater v. d. Herz-Jesu-Kirche

Fr, 27.7., Detmold
15:45 Uhr: Demonstration, Start: Brunnenstr., Ecke Hasselter Platz
16:00 - 18:00 Uhr: Kundgebung und Straßentheater, Marktplatz

So., 29.7. Hövelhof
ab 11:00 Uhr sind die Friedensreiter zu Gast auf dem Heideblütenfest

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