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Heritage-Tourismus: Großes Potenzial für Deutschland
Freitag, 05 Februar 2010 | Autor: Silvia Oster

Deutscher Tourismusverband platzierte Thema in deutschen Tourismusregionen und blickt auf erfolgreiches Projekt zurück

Bonn/Berlin. Vor 400 Jahren verließen die ersten Deutschen ihre Heimat, um in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Zu diesem Jubiläum hat der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) im vergangenen Dezember sein Projekt erfolgreich beendet. Ziel des Projekts war es, das Thema Heritage-Tourismus in die touristischen Regionen Deutschlands zu transportieren und die Anbieter vor Ort für dieses Potenzial zu sensibilisieren. Dafür war der Dachverband des Deutschlandtourismus im Mai 2009 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) beauftragt und mit finanziellen Mitteln unterstützt worden.

"Das riesige tourismuspolitische Potenzial der über 50 Millionen Deutschamerikaner, das durch die Spurensuche nach der eigenen Familie motiviert ist, gilt es für das Reiseland Deutschland zu begeistern", so der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und Beauftragte der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus Ernst Burgbacher, MdB, zur Zielsetzung des Projektes.

Positiv fiel auch das Resümee des DTV-Präsidenten Reinhard Meyer zum Projektabschluss aus: "Wir freuen uns, dass wir mit unseren Veranstaltungen eine sehr gute Grundlage geschaffen haben, Amerikaner mit deutschen Wurzeln durch interessante Angebote für einen Deutschlandurlaub gewinnen zu können."

Da gerade viele US-Amerikaner eng verbunden mit dem Land ihrer Vorfahren sind, besteht Handlungsbedarf das Thema Auswanderung in ganz Deutschland touristisch besser zu vermarkten. Dafür organisierte der DTV im Juni 2009 eine Auftaktveranstaltung in Bremerhaven, wo das Deutsche Auswandererhaus die Geschichte der deutschen Emigranten präsentiert. Zur verbesserten Vermarktung des Themas unterzeichneten Politiker, Touristiker und Vertreter verschiedener Kulturinstitutionen eine gemeinsame Erklärung. Unter ihnen versicherten auch die anderen beiden Standorte der historischen Auswanderung in Deutschland - die Ballinstadt in Hamburg sowie die Hapag-Hallen in Cuxhaven - ihre Unterstützung für das Projekt: Die Unterzeichner vereinbarten, Angebote und Dienstleistungen deutscher Destinationen, aus denen die Deutschen damals in die USA auswanderten, für Heritage-Besucher attraktiver zu gestalten.

Zur Professionalisierung einer solchen touristischen Produkt- und Angebotsentwicklung veranstaltete das Deutsche Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e.V. im Auftrag des DTV, mit fachlicher Beratung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und der finanziellen Unterstützung des BMWi sechs Workshops in sechs verschiedenen Bundesländern. In den Veranstaltungen wurde erarbeitet, wie man marktfähige und zielgruppenspezifische Angebote entwickelt und erfolgreich vertreibt. Die Kampagne kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn die Gästezahlen aus dem USamerikanischen Markt als wichtigstem Überseemarkt für Deutschland sind seit 2008 deutlich zurückgegangen.

Im Dezember 2009 zog der Projektbeirat aus BMWi, DTV, DZT, DSFT und Vertretern der Auswandererinstitutionen gemeinsam Bilanz. Er erarbeitete Strategien zur Anpassung der DZT-Marketingaktivitäten für den US-Markt. Für das Jahr 2010 hat die DZT den zweiten Projektabschnitt übernommen: Dieser zielt auf eine Ausweitung und Verbesserung der Marketingaktivitäten in den USA im Hinblick auf den Heritage-Tourismus.

Heritage-Tourismus im Deutschland:

Der Heritage-Tourismus bildet eines der zentralen Segmente im USGeschäft. Von den jährlich rund 1,9 Millionen Besuchern aus den USA reisen etwa 700.000 Gäste aus familiengeschichtlichen Gründen nach Deutschland. 2009 zählte das Statistische Bundesamt zwischen Januar und Oktober insgesamt 3,74 Millionen Übernachtungen US-amerikanischer Gäste. Damit ist der US-amerikanische Markt nach wie vor der wichtigste Überseemarkt für Deutschland.




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