Heimat für Kinder und Jugendliche

Heimat für Kinder und Jugendliche
Schüler der Bockhorster Grundschule betreuen ihren eigenen Bienenstock.

-Westfälischer Heimatbund setzt mit Themenjahr Akzente-

Münster (whb). “Heimat” – ein Konzept nur für Ältere? Der überraschende Befund einer jüngeren Studie des Allensbach-Institutes zeigt, dass der Begriff Heimat über alle Altersstufen hinweg als äußerst positiv empfunden wird. Selbst in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen waren es mehr als 70 Prozent, die sagten, sie fühlen sich ihrer Heimat sehr stark oder stark verbunden.

Was bedeutet Heimat für Kinder und Jugendliche heute – unabhängig davon, ob sie hier geboren wurden oder zugezogen sind? Wie können junge Menschen für das interessiert werden, was ihren Ort, ihre Region besonders ausmacht? Wie können junge Menschen begeistert werden, ihre Heimat mitzugestalten? Wie bleiben junge Menschen ihrer Heimat verbunden und kommen vielleicht auch wieder nach Ausbildung und Studium zurück?

Diesen Fragen stellt sich der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) – Dachverband für rund 555 Heimatvereine und 700 ehrenamtliche Heimatpfleger in Westfalen. “Wir nehmen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Schwerpunkt für das Jahr 2019”, sagt Matthias Löb, der Vorsitzende des Westfälischen Heimatbundes. “Sie sind die wichtigste Zielgruppe in der Arbeit der Heimatverbände, denn nur, wenn wir es schaffen, junge Menschen für die Geschichte ihres Ortes und die Natur in ihrer Region zu begeistern, werden sie später als Erwachsene auch bereit sein, selbst mitanzupacken!”

WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers erläutert: “Wir haben dafür in 2019 einen bunten Reigen von Veranstaltungen und Projekten vorbereitet. Dabei geht es darum, wie Kinder und Jugendliche durch attraktive Angebote angesprochen werden können. Darüber hinaus möchten wir Heimatvereine und Schulen stärker vernetzen. Zudem steht die Nachwuchsgewinnung für Vereine im Fokus.”

Im Einzelnen plant der WHB unter anderem mehrere Tagungen mit der Arbeitsstelle “Kulturelle Bildung für Schule und Jugendarbeit NRW”. Es sollen Pilotprojekte mit Heimatvereinen initiiert sowie bereits vorhandene gute Beispiele bekannt gemacht werden.

Es ist spannend, sich für den Erhalt eines ortsbildprägenden Gebäudes einzusetzen oder die Geschichte hinter den Dingen im Heimatmuseum zu erfahren oder alte Handwerkstechniken wiederzuentdecken. Doch wie spricht man erfolgreich Schülerinnen und Schüler an? Wie müssen Aktivitäten gestaltet sein, um in den Lehrplan zu passen? Mit Unterstützung von Bildungspartner NRW und anderen Kooperationspartnern soll es hierfür konkrete Hilfestellungen für Heimatvereine geben.

Neben einem umfangreichen Paket an Seminaren und Fortbildungen steht auch das große regionale Diskussionsforum des WHB – der Westfalentag – am 21. September 2019 im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen ganz im Zeichen des Jahresthemas.

Zum Netzwerken nutzt der WHB übrigens neben seinen bekannten Kanälen nun auch einen Blog, der als Online-Heimatnetzwerk Projekte der Heimatvereine vorstellt. Es entsteht damit eine Datenbank mit guten Beispielen aus der ehrenamtlichen Arbeit in Westfalen, die anderen Impulse geben können und sollen. Natürlich auch zum Thema junges Engagement!

“Ich weiß, dass viele unserer Heimatvereine schon in den Startblöcken stehen und ihre Ideen für die Einbindung von Kindern und Jugendlichen mit uns umsetzen möchten.”, so Eilers. “Wir alle freuen uns schon sehr darauf, Heimat-Arbeit gemeinsam fit zu machen für die Zukunft.”

Foto: Henning Rattenholl/ Heimatverein Bockhorst

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